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Delphine!

Freitag, 2. Dezember 2011 | Autor:

Ich bin immer noch sprachlos, aber der Reihe nach: Nach einer weiteren erholsamen Nacht (ich habe das Gefühl, dass ich hier das komplette Jahr 2011 schlaftechnisch nachhole ;) ) bin ich heute früh die paar Meter ins “Dorfzentrum” gelaufen und habe mir erst einmal eine Badeshorts gekauft. Irgendwas bleibt ja immer zu Hause.

Ein kurzer (aber richtig heftiger) Regenschauer hat mich kurz daran zweifeln lassen, ob es so eine gute Idee war, die Delphin-Bootstour zu buchen. Plötzlich kam die Sonne aber wieder durch – diese Wetterwechsel scheinen hier ganz normal sein. Mit Badehose, Sonnencreme und Handtuch ging es dann auf das Boot und wir haben eine kurze Sicherheitseinweisung gekriegt – zu unserer, aber vor allem der Sicherheit der Delphine. Auf neun von zehn Bootstouren werden Delphine gesichtet, aber nicht immer kann man auch ins Wasser. Die strikten Regeln der neuseeländischen Behörden verbieten das zum Beispiel dann, wenn Delphine schlafen, essen oder mit Jungtieren unterwegs sind. Schlaf ist übrigens so eine Sache – da sie nicht wie wir Menschen einen unterbewussten Atemreflex haben, muss ein Teil ihres Gehirns immer wach sein. Während sie schlafen, ist ihr Gehirn also halb-wach, um zu atmen, zu schwimmen und auf Feinde zu achten. Nach einer Zeit wird die Hälfte einfach gewechselt und weiter geht’s – das möchte ich auch gerne können. ;) Wenn Babies dabei sind, verbietet sich das gemeinsame Schwimmen eigentlich von selbst, aber auch bei der Jagd möchte man nicht dabei sein, hat einer unserer Tour-Begleiter erzählt: Die hiesigen Delphine können über 40 km/h schnell werden und wiegen teilweise über 250kg bei mehr als 3 Metern Körperlänge – da will man nicht im Weg sein.

Während wir Ausschau nach den ersten Delphinen hielten, cruisten wir durch die traumhaften kleinen Buchten der Bay of Islands, die übrigens nicht umsonst so heißt: 144 größere und kleinere Inseln gibt es hier – nachgezählt habe ich sie jedoch nicht. Die Sonne hat wieder alles gegeben (ich hoffe, die Sonnencreme hat mir heute geholfen!) und plötzlich tauchte in der Entfernung eine Delphingruppe auf! Bei näherer Betrachtung hat sich dann leider herausgestellt, dass ein Großteil der Gruppe gerade im “Ruhemodus” (von Schlaf will ich da nicht reden) war – also hieß es vorerst “nur”: Fotos machen und sich an ihrer Gegenwart erfreuen. ;) Unter den diversen Anbietern der Touren gibt es ein Abkommen, dass sie sich gegenseitig rufen, wenn Delphine gesichtet wurden – bald kamen also noch zwei, drei andere Boote (zum Glück waren wir die ersten!) und wir haben uns wieder auf den Weg gemacht.

Nach wenigen Minuten hatten wir in einer tollen kleinen Bucht, die sehr abgelegen ist, ganz unerwartet Glück: Ohne Vorankündigung tauchte direkt neben dem Boot eine Gruppe von 10-12 Delphinen auf, die uns neugierig umkreisten. Ohne viel Zeit zu verlieren sprangen wir aus den Klamotten, zogen Schnorchel und Badeflossen an und schon ging es ins Wasser! :) Ich kann euch gar nicht beschreiben, wiiiiie cool das war… man schwimmt direkt mit, über und unter den Delphinen in einer Bucht von kristallklarem Wasser, in der man beim Schnorcheln bis auf den Boden gucken kann. Die Tiere sind absolut neugierig und total verspielt, Anfassen ist jedoch ganz strikt untersagt, was einem bei der Nähe echt schwer fiel. Es ist zwar super anstrengend, mit ihnen “Schritt” zu halten, aber ich habe mich dabei recht gut geschlagen, glaube ich. Jedenfalls war ich immer in der Nähe der Delphin-Gruppe und bin mit ihnen zusammen getaucht, links und rechts von mehreren Tieren begleitet. Wenn ich jetzt so darüber schreibe, gerate ich direkt wieder ins Schwärmen… :)

Ich kann zu heute auch weiter nichts erzählen (aber das reicht ja auch, oder? :) )  – nach der Rückfahrt ging es direkt ins Hostel, und hier verbringe ich noch einen ruhigen Abend, bevor es morgen früh um 8 Uhr zurück nach Auckland geht. Jetzt habe ich euch aber lange genug auf die Folter gespannt – es folgen endlich die Fotos. Hei konei rā!

Paihia, Day 3Paihia, Day 3Dez 1, 2011Photos: 20

Thema: Neuseeland | Ein Kommentar

Waka, Haka und das “Hell Hole of the Pacific”

Donnerstag, 1. Dezember 2011 | Autor:

Heute versuch ich das mal etwas anders – ich picke mir ein paar einzelne Fotos raus und zum Schluss gibt es dann das komplette Fotoalbum des heutigen Tages zum Durchklicken. Also los:

Ich halte mich ja derzeit in Paihia auf und ganz in der Nähe liegt einer der historischsten Orte Neuseelands: Waitingi und die dort liegenden “Treaty Grounds”, wo am 06. Februar 1840 ein Abkommen zwischen Māori und Pākehā (den europäischen Siedlern) geschlossen wurde – seitdem ist dieser Tag der Nationalfeiertag Neuseelands (“Waitangi Day”). Also ab auf das Fahrrad und wieder hin! :)

Für Neuseeländer ist der Eintritt kostenlos, alle anderen müssen 25$ zahlen – plus Programm on top. Ich habe mich für eine Guided Tour über das Gelände und eine Cultural Perfomance entschieden. Im Moment ist hier übrigens keine Touri-Hochsaison und auch die Treaty Grounds waren nicht gerade überlaufen, also fand die Führung in einem sehr überschaubaren Rahmen statt: Es haben außer mir nur zwei Damen aus London teilgenommen, daher konnte unser Tourguide (leider habe ich ihren Namen vergessen, aber Māori-Namen sind auch nicht gerade leicht zu merken) uns in aller Ruhe alles erklären und sämtliche Fragen beantworten.

01-Dez-2011 10:41, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 8.0, 25.0mm, 0.008 sec, ISO 400
01-Dez-2011 11:17, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 4.0, 18.0mm, 0.02 sec, ISO 400

(Die “Waka” sind die typischen Boote – das riesige Kriegskanu im ersten Bild wiegt über 6 Tonnen, bietet 100 Māori  Platz und wurde anlässlich der 100-Jahrfeier 1940 aus dem Stamm des Baumes gebaut, dessen Überreste auf dem zweiten Bild zu sehen sind)

Den Māori ist Familie und Ahnenforschung sehr wichtig – unsere Führerin kennt ihre Familiengeschichte über sämtliche Generationen, unter anderem bis hin zu ihrem berühmten Vorfahren, der bei Russell den Hügel stürmte und einen britischen Fahnenmast absägte, aber dazu später mehr. ;) Heute markiert ein großer Fahnenmast mit der Fahne Großbritanniens, der Māori und (natürlich) der neuseeländischen Fahne den Ort, an dem 1840 die Māori-Häuptlinge der Nord-Insel (die Süd-Māori waren nur mit einem Stamm vertreten) mit den Briten im Namen der Königin ein Abkommen abschlossen, mit dem Neuseeland offiziell Teil des britischen Empire wurde.

01-Dez-2011 11:31, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 14.0, 18.0mm, 0.002 sec, ISO 400
01-Dez-2011 11:34, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 13.0, 55.0mm, 0.003 sec, ISO 400

(Fahnenmast am Ort der Vertragsschließung und das “Treaty House”, wo James Busby lebte, der den Vertrag mitgeschrieben hat)

Achso – und jetzt kommt endlich mal ein Foto von mir, sonst glaubt ja keiner, dass ich wirklich hier war… ;) Mit zu sehen ist auch eine der beiden Damen aus London. Das zweite Foto zeigt eine Szene aus der Cultural Perfomance, die ich danach besuchte.

01-Dez-2011 12:24, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 7.1, 18.0mm, 0.008 sec, ISO 400
01-Dez-2011 12:55, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 3.5, 21.0mm, 0.4 sec, ISO 400

Ich bin froh, dass es von der Performance kein Bild von mir gab… das war ja wieder was. Auch dort waren wir nur zu dritt (jedoch diesmal mit einer Neuseeländerin aus Wellington und ihrem Enkelsohn) – und auf wen fiel wohl die Wahl, als jemand aus dem riesigen Publikum beim “Haka” mitmachen sollte? Na? “Haka” ist der rituelle Tanz der Māori, der heute noch von den All Blacks (der neuseeländischen Rugby-Nationalmannschaft) aufgeführt wird. Guckt euch das mal bei Youtube an (Klick hier) – die haben das echt drauf. Ich hätte da keine Lust, im Team auf der anderen Seite zu stehen. ;) Für mich gab es einen Crash-Kurs mit In-Die-Hocke-gehen, grimmig gucken, Zunge rausstrecken, auf die Brust und Arme klopfen… naja, was ich eben zu Hause auch immer so mache. ;)

Ein anschließender Stopp im Supermarkt, um Proviant für die Tour nach Russell auf der anderen Seite der Bucht zu sammeln, hat Erstaunliches gezeigt:

01-Dez-2011 14:02, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.067 sec, ISO 125

(Wo gibt’s denn sowas? Grolsch als Feinschmecker-Getränk in der 1,5 Liter Flasche für 16 (!!!) $ im Sonderangebot…?!)

Nun ging es zurück nach Paihia und dann mit der Fähre nach Russell – einst wurde die Stadt von Walfängern und anderen Seeleuten belagert, die hier Rast machten, Handel betrieben und auch sonst all die ganzen Sachen trieben, die Seeleute nach langer Seefahrt so in den Sinn kamen. ;) Der Ort war jedenfalls so jenseits von Gut und Böse, dass auch Charles Darwin auf einer Reise nach Hause schrieb, dass dieser Ort das “Hell Hole of the Pacific” sei und den Abschaum der Menschheit beherberge. Heute ist es aber dermaßen ruhig und auf Touristen ausgelegt, dass davon nicht wirklich mehr etwas zu spüren ist.

Ein kleiner Spaziergang durch das Dörfchen hat mich an Neuseelands ältester Tankstelle und ältester Kirche vorbeigeführt:

01-Dez-2011 15:35, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
01-Dez-2011 15:39, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 80

Danach gab es noch einen strammen Marsch den Flaggenhügel hinauf, auf dem einst einer der Vorfahren meiner Māori-Führerin (siehe oben) den britischen Fahnenmast fällte. Das ganze ist übrigens mehrmals vorgekommen, weil einige Māori sich betrogen fühlten und meinten, dass sich Großbritannien nicht an die Abmachungen hielt. Die Briten haben das natürlich nicht auf sich sitzen lassen und das führte dann auch zu dem neuseeländischen Krieg, über den ich in bereits im Museum in Auckland etwas erfahren habe. Die Aussicht von da oben war atemberaubend und ich habe einfach sehr lange nur gesessen und Luft und Landschaft genossen.

01-Dez-2011 16:25, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.003 sec, ISO 80
01-Dez-2011 16:36, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 8.0, 18.0mm, 0.005 sec, ISO 100

(Auf dem Bild sieht es gar nicht so steil aus, war aber echt anstrengend! / Ausblick vom Flaggenhügel)

Der Weg zurück zur Fähre und dann auch nach Paihia war schnell gemacht – und heute Abend werde ich sicherlich wieder gut schlafen, aber das habe ich bisher in jeder Nacht. ;)

In Paihia werde ich übrigens noch bis Samstag bleiben – das ist ein Tag länger, als geplant. Danach soll es zurück über Auckland und dann mit einer Fähre nach Coromandel gehen – darüber habe ich bisher aus vielen Quellen Gutes gehört. Und auch mein Lonely-Planet-Reiseführer hält da ein paar gute Tipps bereit. Den Reiseführer möchte ich auch nicht missen – das Teil ist unbezahlbar! Der Plan für morgen: Delphine gucken und mit ihnen schwimmen! :D Der Trip ist nicht ganz günstig, hoffentlich klappt alles. :)

Und nun alle Fotos am Stück (auf zwei Seiten, also Klick auf “Next” nicht vergessen):

Paihia, Day 2Paihia, Day 2Nov 30, 2011Photos: 27

Thema: Neuseeland | 3 Kommentare

Ankunft in Paihia

Mittwoch, 30. November 2011 | Autor:

Heute früh ging um 06.15 Uhr der Wecker, damit ich rechtzeitig an der Bushaltestelle in der Nähe von Britomart sein konnte. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Paihia, wo ich nun die nächsten Tage verbringen werde. Das Busunternehmen heißt übrigens “Naked Bus” – interessanter Name, oder? Die sind auf jeden Fall sehr günstig, so konnte ich für knapp 15 EUR die 230 Kilometer zwischen Auckland und Paihia zurücklegen.

Nach vier Stunden Fahrt war ich dann angekommen und leider hat sich das Wetter seit den frühen Morgenstunden nicht mehr so wirklich verändert: Grau und windig, aber wieder mit recht angenehmen Temperaturen. Ich kann jedenfalls im leichten Pullover draußen auf der Terasse vom Hostel sitzen und diese Zeilen tippen. ;) Morgen und übermorgen soll es jedenfalls besser werden.

So viele Fotos habe ich heute auch nicht gemacht, daher kann ich auch jeweils etwas dazu schreiben:

30-Nov-2011 09:46, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
30-Nov-2011 09:46, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80

(Ein wenig Heimat am anderen Ende der Welt / Der wunderbare Rastplatz auf halber Strecke nach Paihia)

30-Nov-2011 09:56, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.005 sec, ISO 80
30-Nov-2011 09:56, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.005 sec, ISO 80

(Zwei Eindrücke von unterwegs)

Das Hostel war schnell gefunden und ich bin sofort hoch ins Zimmer gegangen:

30-Nov-2011 12:20, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.067 sec, ISO 80
30-Nov-2011 12:21, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.042 sec, ISO 80

Vier Betten, aber im Moment sind (mit meinem) nur zwei belegt. Meine Zimmenachbarin ist eine ältere Kanadierin, die sehr gesprächig und hilfsbereit ist, aber scheinbar die Angewohnheit hat, alle 10 Minuten ins Zimmer zu kommen, etwas zu erledigen und dann wieder zu gehen. Doch dazu gleich mehr. ;)

Als erstes bin ich mal ein paar Meter durch die “Stadt” (eher durch das Dorf) gelaufen und habe mich dann kurzerhand dazu entschieden, aufs Fahrrad zu wechseln. Zum Service des Hostels gehören kostenlose Fahrräder und man muss nur darauf achten, dass man den ebenfalls kostenlos zur Verfügung gestellten Fahradhelm trägt, das ist hier gesetzlich vorgeschrieben. Ich bin dann zu den Waitangi “Treaty Grounds” gefahren, wo der erste Vertrag zwischen Māori und Pākehā (das ist das Māori Wort für die europäischen Siedler) geschlossen wurde. Heute habe ich nur einen Info-Flyer mitgenommen, aber ich glaube, dass ich mir morgen mal das komplette Kulturprogramm da gebe. ;)

Nach meiner Rückkehr habe ich noch kurz versucht, mich im großen Aufenthaltsraum etwas mit Lesen zu beschäftigen, aber meine Augen fielen mir immer wieder zu – keine Ahnung, ob das immer noch am Jetlag liegt (ich habe eigentlich das Gefühl, dass ich den überwunden habe) oder daran, dass die letzten beiden Tage in Auckland ja doch recht wenig mit Erholung zu tun hatten? Ich bin dann mal für eine Stunde aufs Zimmer ins Bett gewechselt – und wurde da (siehe oben) immer wieder kurz gestört. Das war aber nicht weiter schlimm, sonst hätte ich vielleicht den Abend komplett verschlafen. Stattdessen bin ich dann noch einmal ein ganzes Stück gelaufen und war etwas einkaufen – ich wollte ja nicht jeden Tag zu US-Fastfoodketten gehen. ;) Gesehen habe ich hier davon auch keine, stattdessen gab es heute “Fish and Chips” – yeah! :D Tipp am Rande: Niemals Fish and Chips am Strand essen, die muss man dann mit aller Gewalt gegen Möwen verteidigen. Die Viecher sind echt frech und lungerten gleich dutzendweise um mich herum.

So, abschließend noch einmal ein paar Fotos (inkl. Abendessen mit meiner ersten Kiwi-Frucht! ;) ) und das war es dann auch schon für heute:

30-Nov-2011 13:40, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.002 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:04, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.004 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:14, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.004 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:14, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.003 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:15, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.002 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:36, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.006 sec, ISO 80
30-Nov-2011 19:50, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.042 sec, ISO 80
30-Nov-2011 20:00, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.067 sec, ISO 200

Thema: Neuseeland | Ein Kommentar

220 Meter über Auckland

Dienstag, 29. November 2011 | Autor:

Heute muss ich mich mal etwas kürzer fassen – ich sollte nämlich eigentlich schon im Bett liegen und schlafen, weil es morgen schon recht früh weiter geht. Um 8 Uhr fährt mein Bus nach Paihia in der Bay of Islands. Das soll touristisch zwar sehr bekannt (um nicht zu sagen: manchmal etwas überlaufen) sein, aber eine gut ausgebaute Touri-Infrastruktur mit vielen Anlaufstellen ist ja vielleicht auch nicht allzu verkehrt.

Mein heutiger Tag bestand zunächst wieder aus einer kleinen Zugfahrt und einem anschließenden Besuch im Auckland Museum. Da kann man auf drei Etagen allerlei Wissenswertes über die (sehr kurze) Geschichte Neuseelands erfahren, die so richtig erst in den 1840er Jahren losging. Selbst die Ureinwohner (Māori) kamen “erst” ca. 800 Jahre vorher her. Interessant fand ich übrigens auch, dass Neuseeland als einziges Land der Erde keine einheimischen Säugetiere (bis auf – handgezählte! – zwei Fledermausarten) vorzuweisen hat. Das liegt natürlich an der abgelegenen Lage – alle Tiere kamen erst mit den Siedlern hierher. Hier gab es nur einheimische Vögel, und davon sogar reichlich – allen voran die weltbekannten Kiwis. Die dritte Etage stand im Zeichen der “Scars of war”, also der “Wunden des Krieges”. Für ein sehr friedliebendes Volk waren die Neuseeländer recht oft in Kriege verwickelt: Zunächst in eigener Sache (Siedler gegen Māori) und danach bspw. noch, wenn ihre Majestät die Commonwealth-Staaten aufgerufen hat (Südafrika, 1. Weltkrieg, 2. Weltkrieg). Vor allem der erste Weltkrieg ist hier viel präsenter als der zweite; das liegt daran, dass Neuseeland 1914 gerade einmal 1 Mio. Einwohner hatte – und 100.000 (!) wurden nach Europa verschifft, um hauptsächlich an der Westfront in Frankreich gemeinsam mit den Briten zu kämpfen. Davon kehrten ungefähr 20.000 nicht wieder heim – das war gemessen an der geringen Gesamtbevölkerung natürlich sehr prägend für das Land.

Doch genug der Kriege – nach dem Museum bin ich noch durch den umliegenden Park gelaufen und stand auf einem der zahlreichen (ca. 40) Vulkane, die es hier gibt. Das liest sich vielleicht interessant, aber in der Realität war es einfach nur ein kleiner Hügel. Die ganze Gegend hier ist vulkanisch ein echt heißes Pflaster (im wahrsten Sinne des Wortes) und irgendwann in den nächsten 5.000 Jahren muss es statistisch gesehen mal wieder so weit sein. Ich hoffe nur, dass ich dann nicht gerade wieder oben drauf stehe. ;)

Zu Fuß ging es weiter zur K’ Road (wie sie hier nur genannt wird – Karangahape Road ist den meisten wohl zu umständlich ;) ), wo sich Restaurant an Café an Nachtclub an Kiosk reiht – und dann wieder von vorne. Das erinnert ein bisschen an St. Pauli (sogar ein paar “eindeutige” Nachtclubs sind dabei), aber nicht annähernd so groß und auch viel “sauberer”. Der sehr hohe Anteil an Asiaten in Auckland ist gerade im Innenstadtbereich kaum zu übersehen. Ich habe noch nie so viele Schilder mit Japanese, Korean und Chinese Food wie hier gesehen! Deren Essen muss ich bei Gelegenheit noch einmal probieren, heute habe ich mich dann aber doch (sicherheitshalber) wieder an American Fastfood gehalten und bin bei Wendy’s eingekehrt – das muss man ja auch mal probieren. :)

Nach der Stärkung folgte dann mein persönliches Highlight des Tages, als ich den Auckland SkyTower erklommen habe. Gut, der Aufzug hat mir etwas geholfen und mich in knapp 40 Sekunden auf die erste Aussichtsebene in 186 Meter Höhe gebracht. Wer will, kann allerdings für 3$ extra noch auf 220 Meter hoch – da habe ich nicht lange gezögert und sehr lange die schöne Aussicht genossen und viele Fotos geschossen – eine kleine Auswahl anbei  (einfach nur das Album anklicken, dann werden die einzelnen Fotos angezeigt).

Den Abend habe ich dann mit meinen Gastgebern im Wohnzimmer verbracht und viel über Europa geredet. Erwähnte ich, dass Janet eine in Kanada geborene holländische Kiwi ist? Nein? Gut, dann eben jetzt. ;) Auf jeden Fall habe ich die kurze Zeit hier sehr genossen und freue mich, dass ich so nette Gastgeber hatte. :)

So – ich habe doch wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Jetzt kommen nur noch die Fotos des heutigen Tages und dann muss ich fix meinen Rucksack zusammenpacken, bevor es für mich wieder “Gute Nacht” heißt.

Auckland, Day 2Auckland, Day 2Nov 28, 2011Photos: 70

Thema: Neuseeland | Ein Kommentar

Ankunft und Auckland zu Fuß

Montag, 28. November 2011 | Autor:

Zunächst einmal kann ich noch Fotos vom Hinflug nachreichen:

26-Nov-2011 08:24, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.05 sec, ISO 80
26-Nov-2011 10:12, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.067 sec, ISO 80
26-Nov-2011 21:21, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 6.3, 31.0mm, 0.017 sec, ISO 400

(Wartebereich vom Flughafen Dubai / Das “ice” System von Emirates / “Mein” Flugzeug)

Das Entertainment-System ist ein echtes Highlight. Man kann nicht nur aus unzähligen und ganz aktuellen Filmen, Serien oder CDs wählen, sondern sich auch jederzeit Bilder einer der beiden Kameras (in Flugrichtung / mit Blick nach unten) oder Fluginformationen (bspw. aktuelle Weltkarte mit Position, zurückgelegten Kilometern, Restflugzeit bis Ankunft etc.) anzeigen lassen. Langeweile hatte ich keine, mir hat tatsächlich “nur” der begrenzte Platz etwas Kummer bereitet.

Und so wohne ich:

28-Nov-2011 20:02, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.042 sec, ISO 80
28-Nov-2011 20:05, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.067 sec, ISO 160
27-Nov-2011 04:27, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 4.0, 18.0mm, 0.025 sec, ISO 400
27-Nov-2011 04:27, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 5.0, 18.0mm, 0.013 sec, ISO 400

(Straßenansicht / Hausansicht / Mein Zimmer)

Heute mittag bin ich dann mit dem dem Zug in die Stadt gefahren, was ca. 20 Minuten dauert. Auckland ist übrigens flächenmäßig relativ groß (ca. 1.100 km2) und hat auch über 1,3 Millionen Einwohner, aber es kommt mir selbst “Downtown” trotz einiger Hochhäuser und umhereilender Menschenmassen noch sehr beschaulich und sehr angenehm vor.

In der Innenstadt kommt man zu Fuß eigentlich überall hin – und daher habe ich heute auch eine gute Wanderung hingelegt ;) . In meinem Reiseführer war ein (wie sich dabei herausstellte) recht guter Routenvorschlag für eine kleine Erkundungstour, auf der ich dann ein paar der wichtigsten oder auch interessantesten Sehenswürdigkeiten mitgenommen habe: St. Kevin’s Arcade (ganz viele unterschiedliche Second Hand Läden in einer Passage), Auckland Town Hall, Aotea Square (ein zentraler Platz, auf dem gerade die lokale “Occupy”-Bewegung gegen Banken und Konzerne ein Mahn-Camp abhält), Civic Theatre, Albert Park, Clock Tower der Universität (von innen steht da ein funky Weihnachtsbaum, siehe Fotos unten), Campus der Universität, Old Government House (das weiße Haus mit den gelben Elementen auf der zweiten Seite der Fotos, hier war für ganze neun Jahre der Regierungssitz, bevor Wellington Hauptstadt wurde), alte Synagoge, Chancery-Viertel und High Street (mit vielen Designer Geschäften und Boutiquen, ein Traum für jede Frau), Vulcan Lane (mit vielen alten Pubs, die ich allerdings nur von außen angeschaut habe) und dann wieder zurück zum Bahnhof Britomart und dem Hafen. Vor dieser “geführten” Tour bin ich einfach mal der Nase nach gelaufen und habe mir dabei auch einen leichten Sonnenbrand zugezogen. Die Sonne kam bei angenehmen 22 Grad immer mal wieder kurz durch und hat selbst durch die leichte Wolkendecke noch richtig Kraft – das ist hier schon etwas anders als bei uns. ;)

Ich bin heute sogar ein wenig zu viel gelaufen – irgendwann habe ich nämlich auch mal auf die roten Busse geachtet: Diese “City Link” Busse fahren in Abständen von wenigen Minuten im innersten Teil der Innenstadt und können kostenlos (!) genutzt werden. Man kann so einfach “Hop on, Hop off” ein paar Meter zu Fuß sparen. Die erweiterte (grüne) Buslinie heißt “Inner Link” und kostet maximal 1,80 NZD (ca. 1 EUR) und damit kann man dann auch schon einen sehr großen Bogen komplett um die Innenstadt fahren – endlos, wenn man will. ;) Ich habe das erst am Ende des Tages gemacht und dabei dann auch viele Orte wiedererkannt, die ich vorher auf wirren Umwegen zu Fuß erreicht habe.

Viel mehr außer Laufen, Fotos und Fast Food (ja, ich musste doch gleich einmal die neuseeländischen Burger bei Burger King und McDonalds testen! :) ) habe ich heute auch nicht gemacht – morgen geht es wahrscheinlich in das Auckland Museum. Kopfzerbrechen bereitet hier übrigens nicht nur der Linksverkehr auf der Straße (immer schön nach rechts gucken, wenn man auf die Straße geht! :) ), sondern auch dass alles andere ja ebenfalls “verkehrt” herum ist: Die linken Rolltreppen sind immer die nach oben, gestanden wird dort übrigens auch links (und rechts “überholt”), die Bahnen fahren auf der anderen Seite vom Bahnsteig, die Fußgänger sind alle “auf links” gepolt, etc… aber das ist eigentlich nur eine kurze Umgewöhnung, nach einem Tag habe ich das schon ganz gut drin. ;)

Jetzt aber zum Abschluss noch ein paar Fotos vom heutigen Tag:

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28-Nov-2011 12:12, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 80
28-Nov-2011 12:50, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 12:52, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 80
28-Nov-2011 12:56, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 80
28-Nov-2011 13:31, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 100
28-Nov-2011 13:31, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 13:58, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 14:19, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 14:28, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 10.0, 18.0mm, 0.004 sec, ISO 400
28-Nov-2011 14:29, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 13.0, 18.0mm, 0.003 sec, ISO 400
28-Nov-2011 14:39, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 13.0, 55.0mm, 0.003 sec, ISO 400
28-Nov-2011 15:02, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, ISO 80
28-Nov-2011 15:07, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 15:07, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 15:07, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.006 sec, ISO 80
28-Nov-2011 15:11, Apple iPhone 4, 2.8, 3.85mm, 0.001 sec, ISO 80
28-Nov-2011 15:12, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 14.0, 18.0mm, 0.002 sec, ISO 400
28-Nov-2011 15:18, Canon Canon EOS 400D DIGITAL, 11.0, 28.0mm, 0.004 sec, ISO 400

Thema: Neuseeland | Ein Kommentar