Delphine!
Freitag, 2. Dezember 2011 | Autor: Torsten
Ich bin immer noch sprachlos, aber der Reihe nach: Nach einer weiteren erholsamen Nacht (ich habe das Gefühl, dass ich hier das komplette Jahr 2011 schlaftechnisch nachhole
) bin ich heute früh die paar Meter ins “Dorfzentrum” gelaufen und habe mir erst einmal eine Badeshorts gekauft. Irgendwas bleibt ja immer zu Hause.
Ein kurzer (aber richtig heftiger) Regenschauer hat mich kurz daran zweifeln lassen, ob es so eine gute Idee war, die Delphin-Bootstour zu buchen. Plötzlich kam die Sonne aber wieder durch – diese Wetterwechsel scheinen hier ganz normal sein. Mit Badehose, Sonnencreme und Handtuch ging es dann auf das Boot und wir haben eine kurze Sicherheitseinweisung gekriegt – zu unserer, aber vor allem der Sicherheit der Delphine. Auf neun von zehn Bootstouren werden Delphine gesichtet, aber nicht immer kann man auch ins Wasser. Die strikten Regeln der neuseeländischen Behörden verbieten das zum Beispiel dann, wenn Delphine schlafen, essen oder mit Jungtieren unterwegs sind. Schlaf ist übrigens so eine Sache – da sie nicht wie wir Menschen einen unterbewussten Atemreflex haben, muss ein Teil ihres Gehirns immer wach sein. Während sie schlafen, ist ihr Gehirn also halb-wach, um zu atmen, zu schwimmen und auf Feinde zu achten. Nach einer Zeit wird die Hälfte einfach gewechselt und weiter geht’s – das möchte ich auch gerne können.
Wenn Babies dabei sind, verbietet sich das gemeinsame Schwimmen eigentlich von selbst, aber auch bei der Jagd möchte man nicht dabei sein, hat einer unserer Tour-Begleiter erzählt: Die hiesigen Delphine können über 40 km/h schnell werden und wiegen teilweise über 250kg bei mehr als 3 Metern Körperlänge – da will man nicht im Weg sein.
Während wir Ausschau nach den ersten Delphinen hielten, cruisten wir durch die traumhaften kleinen Buchten der Bay of Islands, die übrigens nicht umsonst so heißt: 144 größere und kleinere Inseln gibt es hier – nachgezählt habe ich sie jedoch nicht. Die Sonne hat wieder alles gegeben (ich hoffe, die Sonnencreme hat mir heute geholfen!) und plötzlich tauchte in der Entfernung eine Delphingruppe auf! Bei näherer Betrachtung hat sich dann leider herausgestellt, dass ein Großteil der Gruppe gerade im “Ruhemodus” (von Schlaf will ich da nicht reden) war – also hieß es vorerst “nur”: Fotos machen und sich an ihrer Gegenwart erfreuen.
Unter den diversen Anbietern der Touren gibt es ein Abkommen, dass sie sich gegenseitig rufen, wenn Delphine gesichtet wurden – bald kamen also noch zwei, drei andere Boote (zum Glück waren wir die ersten!) und wir haben uns wieder auf den Weg gemacht.
Nach wenigen Minuten hatten wir in einer tollen kleinen Bucht, die sehr abgelegen ist, ganz unerwartet Glück: Ohne Vorankündigung tauchte direkt neben dem Boot eine Gruppe von 10-12 Delphinen auf, die uns neugierig umkreisten. Ohne viel Zeit zu verlieren sprangen wir aus den Klamotten, zogen Schnorchel und Badeflossen an und schon ging es ins Wasser!
Ich kann euch gar nicht beschreiben, wiiiiie cool das war… man schwimmt direkt mit, über und unter den Delphinen in einer Bucht von kristallklarem Wasser, in der man beim Schnorcheln bis auf den Boden gucken kann. Die Tiere sind absolut neugierig und total verspielt, Anfassen ist jedoch ganz strikt untersagt, was einem bei der Nähe echt schwer fiel. Es ist zwar super anstrengend, mit ihnen “Schritt” zu halten, aber ich habe mich dabei recht gut geschlagen, glaube ich. Jedenfalls war ich immer in der Nähe der Delphin-Gruppe und bin mit ihnen zusammen getaucht, links und rechts von mehreren Tieren begleitet. Wenn ich jetzt so darüber schreibe, gerate ich direkt wieder ins Schwärmen…
Ich kann zu heute auch weiter nichts erzählen (aber das reicht ja auch, oder?
) – nach der Rückfahrt ging es direkt ins Hostel, und hier verbringe ich noch einen ruhigen Abend, bevor es morgen früh um 8 Uhr zurück nach Auckland geht. Jetzt habe ich euch aber lange genug auf die Folter gespannt – es folgen endlich die Fotos. Hei konei rā!
Thema: Neuseeland | Ein Kommentar































