Wellington: Te Papa und Stadterkundung
Dienstag, 20. Dezember 2011 | Autor: Torsten
Nachdem es ja fast drei Wochen lang relativ gut mit den aktuellen Berichten geklappt hat, bin ich auf der “Zielgeraden” ziemlich faul geworden. Abends war ich meistens so müde oder saß noch in geselliger Runde mit anderen Reisenden zusammen. Ich versuche, die einzelnen Abschnitte meiner Reise jetzt einfach mal tagesweise nachzuholen – und los geht es mit Wellington.
Das Wetter war leider am zweiten Tag in Wellington auch noch nicht viel besser – umso besser für einen Besuch im Nationalmuseum “Te Papa”. Das mit den Museen haben die Neuseeländer echt drauf, aber in Te Papa haben sie sich selbst noch übertroffen. Der Eintritt inkl. Gepäckaufbewahrung ist übrigens kostenlos – und auf sechs Etagen gibt es viel über Kultur und Natur des relativ jungen Landes zu erkunden.
(Außenansicht von Te Papa / Dinosaurier dürfen in keinem Museum fehlen / Der schön gestaltete Eingangsbereich mit Infostand)
Was mir bisher in allen Ausstellungen aufgefallen ist, ist der starke Einsatz von interaktiven Elementen. Es gibt andauernd etwas auszuprobieren oder selbst zu entdecken und das macht die Besuche in den Museen hier deutlich spannendener und interessanter.
(Der Boden hat auf das Körpergewicht reagiert: Je nachdem, auf welchen Teil Neuseelands man sich stellte, erschienen an der Wand Fotos aus der Region / Noch einmal der Eingangsbereich, von oben / Ein durch einen neuseeländischen Rennfahrer selbst konstruiertes Motorrad)
Um wirklich alle Ausstellungsstücke in Ruhe zu betrachten, braucht man auf jeden Fall mehr als einen Tag. Ich habe mir also einen schnellen Überblick verschafft und mich dann nur an den für mich interessanten Stellen etwas länger aufgehalten – Māori-Kultur habe ich beispielsweise schon mehr als ausreichend gesehen.
(Die britische Vergangenheit darf natürlich nicht unerwähnt bleiben / Der Teil des Museums zum Vertrag von Waitangi / Visualisierung der Einwanderungswellen)
(Ein interaktiver Bereich: Auf den “Video-Tischen” gab es viel zu entdecken / Auch die Beatles waren in New Zealand / England und die USA prägten die Jugendkultur in Neuseeland stark / Obwohl es verboten war, konnte ich ein schnelles Foto aus der Kunstausstellung schmuggeln
)
Nach dem langen Tag im Museum habe ich den Abend im Gespräch mit meiner Gastgeberin Rachel und ihrem anderen Gast (Mary Lynn, eine sehr nette 60-jährige Yoga-Lehrerin aus den USA – wen man auf so Reisen alles trifft…
) verbracht. Außerdem gab es Selbstgekochtes von Rachel – typische neuseeländische Küche besteht aus einem guten Mix verschiedener Einflüsse, es gab Hühnchen mit lokalem Gemüse und gebackenen und gewürzten Kartoffeln und zum Nachtisch einen selbstgemachten Schokoladenpudding (das Rezept habe ich mir natürlich abfotografiert!
). Lecker!
(Eine der beiden Katzen von Rachel – ich weiß leider nur nicht, ob das jetzt “Monet” oder “Poppy” war)
Der nächste Tag war zwar immer noch grau, aber wenigstens trocken – und das waren doch gute Voraussetzungen für einen Gang durch die Stadt. Ich habe in Auckland und Rotorua bereits auf die Lonely Planet Walking Tour vertraut und habe mich auch in der neuseeländischen Hauptstadt auf die vorgeschlagene Route begeben.
Bereits an der ersten Station habe ich mich jedoch deutlich länger aufgehalten, als ich geplant hatte. Zufällig begann nämlich gerade eine kostenlose Führung durch die Parlamentsgebäude – und vermutlich bin ich der erste Besucher, der die Führung durch das neuseeländische Parlament im RWE-Trikot gemacht hat.
(Ein “Regierungsgebäude” – welches, weiß ich leider nicht – aber das Gebäude ist tatsächlich komplett aus Holz! / Der “Beehive” – also Bienenstock – ist ein Teil des Gebäudekomplexes, in dem auch das Parlament sitzt / In dem alten Teil ist u.a. der Plenarsaal untergebracht)
Nach der einstündigen Führung (auf der man leider keine Fotos machen darf) bin ich dann weiter durch Wellington marschiert. Nach wenigen Metern erreicht man den unteren Haltepunkt eines der Wahrzeichen der Stadt, dem “Cable Car”. Mit dieser “Seilbahn” (oder ist es einfach eine diagonale Straßenbahn?
) ging es dann hoch über Wellington.
(Eine der Hauptstraßen von Wellington / Kleiner als Auckland – aber trotzdem auch mit einigen Hochhäusern / Cable Car, bitte einsteigen! / Aussicht über Wellington)
Oben auf dem Hügel wollte ich mir eigentlich einen Teil des botanischen Gartens anschauen, aber (mal wieder) kam es etwas anders. Nach einem sehr kurzen Besuch im (erneut kostenlosen) Cable Car Museum habe ich ein Hinweisschild “Krupp Gun” entdeckt. Und siehe da: Hoch über Wellington thront eine alte Kanone aus Essen – und zwar aus dem Jahr 1907! Wenn das mal kein Zeichen ist…
(Ein altes Cable Car im Museum / “FRIED. KRUPP A.G. ESSEN 1907″)
Statt botanischem Garten habe ich danach einen Abstecher in die Sternwarte auf dem Hügel gemacht. Dort gab es neben einer tollen Ausstellungen über die Entstehung des Universums bis hin zu unserem Sonnensystem (natürlich wieder mit vielen interaktiven Elementen…) auch eine Vorführung in einem “Kino”. Man sitzt jedoch fast in einem 45-Grad-Winkel in den Sitzen und die riesige, gewölbte Decke ist die Leinwand. Nach einem tollen Film über Wetterphänomene auf anderen Planeten des Sonnensystems gab es eine animierte Tour durch den Nachthimmel über Neuseeland – viel interessanter als die Blumen draußen!
(Fotos aus der Sternwarte)
Den Rest der Tour musste ich leider im sehr zügigen Schritt absolvieren, aber ich bereue nicht, dass ich bereits für das Parlament und die Sternenwarte so viel Zeit investiert habe. So habe ich wenigstens einen Grund, irgendwann noch einmal nach Wellington zu reisen.
(Irgendein Gebäude / Social Networks gab es eigentlich schon immer! / Ein zentraler Platz in der Nähe des Hafens / Rugby!)
Nach meiner Rückkehr und nach Rachels Feierabend hat sie mich und Mary Lynn noch ins Auto gepackt und mit uns einen Abstecher auf Mount Victoria und an einen Strand gemacht. Das ist schon super, wenn man bei jemanden untergebracht ist, der sich in der Gegend auskennt.
(Was eine Aussicht von Mount Victoria… / Auf den beiden Fotos wirkt das nicht so, aber das Meer war echt stürmisch)
So, das ist ja wieder eine ganze Menge an Fotos zu sortieren gewesen… ich hoffe, dass die weiteren Tage bald folgen.



