Kultur & Rafting in Rotorua
Freitag, 9. Dezember 2011 | Autor: Torsten
Für den heutigen Tag hatte ich mir mal wieder etwas Programm vorgenommen: Es standen also weder ausgedehnte Busfahrten noch zielloses Ausspannnen auf dem Plan. Rotorua wird teilweise auch als “Rotovegas” bezeichnet und ist tatsächlich eine der Touristen-Hauptstädte in Neuseeland. Mit knapp 60.000 Einwohnern ist hier auch echt viel Leben auf den Straßen – ganz anders als in den kleinen Städten, die ich zuletzt gesehen habe.
Um 9 Uhr habe ich mich mit dem Bus auf den Weg in das nahegelegene Dorf “Te Whakarewarewatanga O Te Ope Taua A Wahiao” gemacht – ja, ich habe das sogar fehlerfrei ausgesprochen, allerdings nur beim Nachsprechen und Stück-für-Stück.
Die Kurzform ist einfach “Whakarewarewa” oder auch nur “Whaka Village”. Dabei handelt es sich um ein Dorf, das die Māori einfach mal auf dem größten Geysirfeld Neuseelands errichtet haben. Die ganze Gegend ist thermisch ja sehr aktiv – und in dem Dorf ist das wirklich so, dass zwischen den Häusern (die auf solidem Stein gebaut sind) überall heiße Quellen und Schlammtümpel blubbern und Dampf aufsteigt. Für Besucher ist das jedoch ungefährlich, da alles vorbildlich abgesperrt ist und man nicht einfach so in eine der heißen Quellen fallen kann. Deren Wasser sieht übrigens wunderschön und friedlich aus, hat aber an der Oberfläche 98 Grad! In 17 Metern Tiefe sind es sogar über 300 Grad – und wie tief die Quellen sind, weiß niemand so genau. Man vermutet aber, dass unter dem ganzen Gebiet riesige Blasen mit heißem Wasser sind, das über unzählige Kanäle nach oben dringt. Der Gestank nach Schwefel in dem ganzen Dorf ist übrigens eine echte Herausforderung. Immer wenn man denkt, dass man sich dran gewöhnt hat, läuft man an einer anderen Quelle vorbei und muss sich richtig zusammenreißen.
(Eine der heißen Quellen / Diese Holzboxen werden zur Zubereitung von “Hāngi” genutzt, mehr dazu weiter unten / Das Wasser ist sehr mineralienhaltig, wie man an den unterschiedlichen Farben erkennt / Hier baden die Dorfbewohner tagtäglich – außerhalb der Besucherzeiten, natürlich / Die größten Geysire in Aktion)
In dem Eintritt für das Dorf ist auch eine Guided Tour und eine Māori-Vorführung enthalten. Letztere kenne ich ja schon von den “Treaty Grounds” (nahe Pahia), aber trotzdem wollte ich mir das gerne noch einmal angucken. Vorweg: Diesmal habe ich kein Waka mitgemacht.
Die Führung war wieder sehr interessant und ich finde es faszinierend, dass auch heute noch ungefähr 30 Familien in diesem Dorf leben und von der thermalen Energie beim Kochen und Heizen profitieren. Bei der Führung hatte ich wieder einmal viel Glück, weil ich mir unsere Führerin (“Girly” ist ihr Spitzname, ihren richtigen Māori-Namen habe ich nach 5 Sekunden leider vergessen) nur mit einem weiteren Teilnehmer “teilen” musste.
(Girly!
/ Eine der Schlammquellen / Fotos von der Māori-Vorführung)
Nach der Vorführung (die mit deutlich mehr Besuchern stattfand) bin ich noch etwas durch das Dorf und die umliegende Landschaft gewandert. Meine Arme waren (und sind) leider schon wieder etwas gerötet – dabei war ich gestern kaum in der Sonne! So musste ich heute bei der Wanderung also versuchen, etwas im Schatten zu bleiben. Ich hoffe, das ist mir auch gelungen.
(Fotos von der Wanderung)
Zur Stärkung habe ich mir anschließend im Café des Dorfes etwas “Hāngi”-Food gekauft. Hāngi ist eine traditionelle Zubereitungsart, bei der das Essen in “Bodenöfen” gegart wird (hatte ich nicht davon auch Fotos hier reingestellt, als ich im Auckland-Museum war? Bin gerade zu faul, nachzugucken
) – in Whakarewarewa wird das jedoch eleganter gelöst: Auf einem der Fotos oben sieht man ja eine Holzkiste. Diese ist direkt über einer heißen Quelle gebaut und bei dem kochend heißen Wasserdampf ist das Essen in wenigen Sekunden schonend zubereitet. Ich habe einen Maiskolben und einen “Hāngi-Pie” (Blätterteig gefüllt mit verschiedenem Gemüse und Fisch bzw. Fleisch) probiert – und besonders der Pie war einfach nur umwerfend!
Frisch gestärkt habe ich mich zurück ins Hostel begeben. Hier übrigens noch einmal zwei Fotos vom Zimmer – gemütlich, oder?
(Blick ins Zimmer / Mein Bett)
Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht, da es um 14.30 schon weiter ging. Ich hatte eine Rafting-Tour gebucht und zum Glück gibt es davon auch Fotos – leider nur nicht heute, da ich die Fotos noch erst von einer anderen Rafting-Teilnehmerin zugeschickt bekomme. Man muss die Foto-CD ja nicht doppelt bezahlen.
Die Tour war einfach nur bombastisch – und zwischendurch kriegt man auch richtig Adrenalin ins Blut, kann ich euch versichern!
Das Highlight dabei war der Sturz von einem 7 Meter hohen Wasserfall (!), das soll weltweit der höchste Wasserfall sein, den man beim Rafting erleben kann. Unser Boot war aber total super besetzt: Zwei Guides, zwei Teilnehmer (einer davon ich) und eine Steuerfrau – also mehr Leute vom Veranstalter als Touris.
Bei dem ersten kleinen Wildwasserfall ist übrigens direkt was Außergewöhnliches passiert: Die Steuerfrau (die das heute auch erstmalig gemacht hat) hat mich “volle Omme” abgeräumt (das sieht man auf einem der Fotos auch ganz gut) und ich wusste gar nicht, wie mir geschah, als ich plötzlich mit meinem Paddel wieder auftauchte und in den wilden Fluten umhertrieb.
War aber alles halb so wild, man kriegt vorher eine sehr gute Sicherheitsunterweisung und weiß, wie man sich verhalten soll – und außerdem hat man natürlich auch einen Helm auf und trägt eine Schwimmweste. Das Boot habe ich danach aber nur noch freiwillig verlassen.
Unter anderem ist da eine Passage, an der man sich außen am Boot festhalten und dann mit durch die Fluten ziehen lassen kann. Die ganzen Begleiter haben aber wahrscheinlich mit einen der coolsten Jobs weltweit – Rafting und Sonnenschein und dafür auch noch Geld kriegen.
Jeder zweite Satz endete übrigens mit “Bro” und alles und jeder ist grundsätzlich “sweet as”, also der neuseeländische Slang für “toll”.
Ja, was soll ich sonst sagen? Der Tag verging wie im Flug und morgen geht es dann weiter nach Gisborne an die Ostküste. Rafting-Fotos folgen.
Thema: Neuseeland | 3 Kommentare












